Operninhalte: Rheingold

Operninhalte: Rheingold, Abbildung 1

Das Rheingold (Vorabend)

Mystischer Beginn der Tetralogie. Wellen-Crescendo zum Rheingold-Motiv überleitend…

1. Bild: Auf dem Grunde des Rheins

Inhalt:

Die 3 Rheintöchter (Nixen) Woglinde, Wellgunde und Floßhilde bewachen spielerisch im Rhein auf Geheiß ihres Vaters das Rheingold. Das lachende Spiel der Wassermädchen wird unterbrochen von Alberich, einem Nibelungen, der aus der Tiefe hervorsteigt und den Mädchen mit gierigen Augen zusieht.
Er versucht zuerst, sich eine der Nixen durch Bitten und Werben gnädig zu stimmen. Die Rheintöchter scheinen auch jeweils darauf einzugehen, um sich dann aber im letzten Moment lachend seinen Armen zu entziehen. Das reizt Alberich zur Wut und er versucht, sich die Frauen mit Gewalt gefügig zu machen, was ihm, der nur klettern kann, während die Mädchen geschickt schwimmen, nicht gelingt.

Die Sonne geht auf und lässt das Rheingold erstrahlen, die Mädchen umschwimmen es in lautem Jubel (strahlendes Rheingoldmotiv des Orchesters). Alberich, fasziniert vom Glanz des Metalls, erfragt von den Nixen die Bedeutung des Goldes. Sie erzählen ihm leichtsinnigerweise, dass mit dem Gold „maßlose Macht“ und die Herrschaft der Welt demjenigen zuteilwerden könne, der „aus dem Rheingold schüfe den Ring“. Das könne jedoch nur einer, der „der Minne Macht entsagt“. In Bezug auf den „lüsternen Alb“ haben sie keine Sorgen, denn er scheint am wenigsten gewillt zu sein, auf die Gunst von Frauen verzichten zu können.
Doch Alberich, wütend über den Spott, den die Nixen mit ihm getrieben haben, und wohl auch wissend, dass er wegen seines hässlichen Aussehens auch bei anderen Frauen keinen Erfolg haben würde, entsagt trotzig der Liebe, mit dem Hintergedanken, sich mit Gold auch Liebe kaufen zu können.
Alberich entreißt das Gold gewaltsam dem Felsen und hat den ersten Schritt getan, mit List und Gewalt – ohne Liebe – die Welt beherrschen zu wollen. Er wird somit der „Gegenspieler“ Wotans. Die Nixen sind bestürzt über den Verlust des Goldes.

Operninhalte: Rheingold, Abbildung 2

2. Bild: Freie Gegend auf Bergeshöhe

Inhalt:

Wotan und Fricka erwachen aus ihrem Schlaf an einem Ort hoch über dem Rhein. Walhall erstrahlt im Glanz der aufgehenden Sonne. Wotan vergisst den Lohn für die Riesen und vertraut auf Loge…
Loge taucht auf…

Loge erzählt, dass er nur einen fand, der der Liebe abschwor: Alberich!
Er schildert, wie dieser zum Gold kam und Macht erlangte. Fafner und Fasolt ahnen, dass auch sie Leidtragende werden könnten und Fafner überredet seinen Bruder, anstelle Freias das Gold der Nibelungen zu nehmen und so auch hier Liebe gegen Gold zu tauschen. Auch Wotan reizt der Zauber des Golds. Er will es selbst gewinnen; allerdings nicht, um es an die Riesen weiterzugeben. Diese nehmen zunächst Freia als Pfand mit, um sie für das Gold einzutauschen. Mit dem Verlust Freias (ewige Jugend) verlieren die Götter an Farbe und Frische.
Nur Loge kümmert das wenig, er verspottet die Götter. Listig rät er Wotan, den Nibelungenschatz zu rauben, um so Freia zurückzugewinnen: Wotan ist in der Zwickmühle. Verträge hin oder her, er entschließt sich zum „geringeren Übel“, zum Raub des Goldes.

Operninhalte: Rheingold, Abbildung 3

3. Bild: Unterirdische Kluft

Inhalt:

Wotan und Loge auf dem Weg hinab nach Nibelheim durch die „Schwefelkluft“. Alberich, Herrscher der Nibelungen, gebietet seinem Volk in den Tiefen der Erde. Wotan und Loge treffen zuerst auf Mime, den Bruder Alberichs und meisterlichen Schmied. Ihn hat Alberich durch die Kraft des Rings gezwungen, einen Tarnhelm zu schmieden, mit dem er überall gegenwärtig ist und alle Nibelungen, auch Mime, zur Arbeit anpeitscht, damit sie ihm den Nibelungen-Hort aufhäufen. Als Wotan und Loge eintreffen, stöhnt Mime noch von den Schlägen des Bruders, der sich nach Belieben unsichtbar („Nacht und Nebel, niemand gleich“) machen kann. Alberich taucht auf und sieht seinen Bruder mit den Fremden zusammen. Er erkennt Wotan und Loge, „das schweifende Paar“, und kündigt den Göttern ein schlimmes Ende an: Habe er erst Schätze genug gesammelt, dann wolle er sich Helden kaufen, Walhall stürmen und die Weltherrschaft an sich reißen.
Dann möge sich erfüllen, was die Rheintöchter ihm versagt haben:

Wotan ist empört, Loge rät zur Mäßigung und greift zur List: … Sie seien gekommen, um sich zu überzeugen, was man überall schon über Nibelheim erzählt, dass man hier nämlich ungeheure Schätze berge und der mächtige Alberich sich in jedes Tier nach Belieben verwandeln könne. Loge verlangt Beweis für Verwandlung: …erst Alberich als riesiges Ungeheuer… Dann zollt er Alberich seine Anerkennung, gibt sich aber nicht vollkommen überzeugt – ob sich Alberich wohl auch in ein ganz kleines Tier verwandeln könne? Alberich verhöhnt den Zweifelnden und taucht als Kröte auf. Er und Wotan greifen die Kröte und entreißen ihr die Tarnhelm. Alberich ist gefangen. Sie binden ihn und bringen ihn schnell hinauf zur Anhöhe über dem Rhein.

Operninhalte: Rheingold, Abbildung 4

4. Bild: Freie Gegend auf Bergeshöhen

Inhalt:

*)Alberich, durch die Götter gedemütigt, geknebelt und gefesselt, muss, um sein Leben zu retten, den ganzen Nibelungen-Hort durch sein Volk herbeischleppen lassen, ebenso Tarnhelm und Ring abliefern. Kaum ist er frei, verflucht er in maßloser Wut den Ring.

*) Wotan achtet nicht auf den Fluch und steckt sich den geraubten Ring an seinen Finger; ihn blendet der Zauber des Goldes. (In dunkler, brütender Gewitterszene/Blitz/Regenbogen als Brücke von der Hochebene zur Burg Walhall)

*)Fasolt und Fafner erscheinen mit Freia, auch Fricka, Donner und Froh eilen herbei. Die Riesen verlangen den Nibelungenschatz und fordern, dass Freia mit so viel Gold bedeckt werde, dass sie nicht mehr zu sehen ist. Dazu muss zuletzt auch der Tarnhelm, später auch noch der Ring darangegeben werden, so will es Fafner. Wotan, der schon im Banne der Macht des Rings steht, verweigert jedoch seine Herausgabe. Er nimmt in Kauf, dass die Riesen dann Freia für immer fortführen.

*)Da taucht aus der Tiefe die „Urmutter“, die urweise Erda auf.
Sie warnt Wotan vor der verderblichen Macht des Rings. Wotan ahnt, dass Erda mehr weiß, als sie sagt. Er will sie fassen, ihr in das Erdreich folgen, wird aber von Fricka und Froh zurückgehalten. Er besinnt sich und gibt den Ring her. Und schon erweist sich Alberichs Fluch auf furchtbare Weise: Kaum gehört der Ring den Riesen, kommt es zwischen ihnen zum Streit. Fafner erschlägt seinen Bruder Fasolt und entreißt ihm den Ring.

Inhalt:

Eine brütende Atmosphäre lagert über der Szene und lässt keine Freude mehr aufkommen. Donner, der Gott des Gewitters, zieht das „schwüle Gedünst“ zusammen und lässt durch einen Blitz eine Entspannung vom „trüben Druck“ eintreten. Dann fordert er seinen Bruder Froh auf, eine Brücke von der Hochebene zur Burg hinüberzuschlagen: einen Regenbogen. Wotan gibt der Burg den Namen Walhall und bittet Fricka, ihm dorthin zu folgen. Loge, der schon das kommende Ende der Götter voraussieht, hält sich beim Aufbruch der Götter zurück. Aus der Tiefe des Rheintals dringt die Klage der Rheintöchter herauf: „Gebt uns das Gold, das Reine, zurück!“ Erzürnt befiehlt Wotan Loge, die Klagenden zum Schweigen zu bringen, worauf Loge ihnen zynisch rät, in Ermangelung des Rheingoldes sich fortan „in der Götter neuem Glanze“ zu sonnen. Während die Götter siegessicher und selbstgefällig mit bombastischer Musik in ihr neues Machtzentrum Walhall einziehen, klagen warnend die Rheintöchter:

Zwischengeschichte Wotan schwingt sich „in den Schoß der Welt“ hinab, um mehr über sein Schicksal zu erfahren. Erda kündigt ihm ein schmähliches Ende an. Wotan will dem entgehen und bezwingt Erda „mit Liebeszauber“; sie gebiert ihm die Tochter Brünnhilde. Durch andere Frauen, die nicht näher genannt werden, wird Wotan der Vater von acht Mädchen, den Walküren. Sie werden zu seiner „Leibgarde“ und sollen gefallene Helden in Walhall zusammensammeln, um gegen den zu erwartenden Angriff Alberichs gewappnet zu sein. Somit konnte sich Wotan inzwischen einen Schutzwall zur Absicherung seiner Macht errichten.
Vor einem allerdings fürchtet sich Wotan: dass Alberich den Ring zurückgewinnt, den derzeit Fafner besitzt, der sich in einen Lindwurm verwandelt hat und seinen Schatz in einer Höhle ungenutzt bewacht: „Dann wäre Walhall verloren.“ Alberich könnte dann Wotans eigene Helden gegen ihn aufbringen. Deshalb hatte Wotan schon erwogen, Fafner den Ring zu entreißen, aber „der durch Verträge ich Herr, den Verträgen bin ich nun Knecht!“ Er kann nicht gegen seine eigenen Gesetze handeln („in eigne Fesseln fing ich mich“). Nur einen Ausweg gibt es für ihn: dass ein Mensch sich gegen ihn, den Gott, erhebt und die von ihm selbst geschaffene Ordnung auflöst. Doch diesen „Freien“ kann und darf er als Gott nicht selber zeugen und leiten: „denn selbst muss der Freie sich schaffen“. Aber wenn er als einfacher „Mensch“ einen Nachfolger hätte, könnte dieser nicht in seinem Sinne frei handeln?
Mit diesem „Hintergedanken“ zeugt er als unerkannter Gott, als „Wälse“, mit einer Menschenfrau das Geschwisterpaar Siegmund und Sieglinde und wohnt mit ihnen im Wald. Er erzieht seinen Sohn zu einem mutigen Manne und verheißt ihm, dass er in der Stunde höchster Not ein Zauberschwert finden werde – das er Notung nannte –, mit dem er in einem entscheidenden Kampfe siegen würde. Eines Tages kehren Wotan und Siegmund von der Jagd zurück und finden ihre Hütte verbrannt, von Feinden angesteckt, die Mutter tot und Sieglinde verschleppt. Lange Jahre leben beide dann allein im „wilden Wald“ und werden in der ganzen Gegend wegen ihrer Stärke und Erfolge gefürchtet.
Sieglinde ist inzwischen von ihren Räubern als Braut an Hunding verschachert worden, dessen Sippe in der Nähe haust. Am Hochzeitsabend, während Sieglinde traurig vor sich hin sinnt, tritt Wotan, als Wanderer verkleidet, in die Hütte ein. Niemand wagt, sich gegen ihn zu stellen. Er stößt sein Schwert bis zum Heft in den Stamm der Esche, die mitten im Raum steht. Dem solle diese Waffe gehören, der sie aus dem Stamm zu ziehen vermag, kündet der Wanderer. Sieglinde ahnt, wer der Fremde ist. Alle Hochzeitsgäste versuchen sich nach Wotans Verschwinden an der Klinge. Es gelingt keinem. Bei einem erneuten Angriff im Wald wird Siegmund vom Vater getrennt. Offensichtlich hat Wotan das bewusst so eingefädelt, denn Siegmund soll ohne göttliche Unterstützung seinen Weg finden. Siegmund allein sucht nun in der menschlichen Gesellschaft Anschluss. Ihn „drängt es zu Männern und Frauen“. Doch immer wird er geächtet. Eines Tages, als er einem Mädchen hilft, das gegen ihren Willen mit einem ungeliebten Mann verheiratet werden soll, kommt es zu einer Auseinandersetzung. Im Kampf erschlägt Siegmund die Familie des Mädchens und wird daraufhin von den Sippenangehörigen verfolgt.